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4 Wochen später: Ironman Zürich - Hawai'i Quali
Geschrieben von Ralf Preissl
Falls Dich der Rennbericht interessiert, einfach ein bisschen nach unten blättern
 

Vorbericht: lass Dich nicht hängen


Vor ziemlich genau zwei Jahren wurde ich an der Ferse Operiert. Der Heilungsprozess war sehr langwierig, hat sich brutal gezogen. Musste viele Täler durchschreiten. Dabei den Glauben aber nie verloren, auch wenn ich oft kurz davor Stand. Doch dann wieder aufgerappelt und weiter. Immer weiter, es geht immer weiter. Einfach dran geglaubt. Gekämpft, gelitten. Alternative Wege eingeschlagen. Versucht die Form einigermassen zu kompensieren. Hingefallen, aufgestanden. Gehumpelt, gegangen, Schmerzen ertragen und das Gefühl der Leichtigkeit schon fast vergessen. Vergessen .. vergessen wie Luft riecht und Wasser schmeckt, wie Normalität sich anfühlt. Trotzdem alles versucht, kurz vor dem Ziel dem Zweifel nah - doch dann belohnt worden. Danke lieber Gott im Himmel und Danke an alle die jetzt wissen das sie gemeint sind.
Wir sehen uns an der Startlinie in Kona Hawai'i
Nach dem Ironman ist vor dem Ironman
Immer weiter, es geht immer weiter. Du musst nur an Dich glauben!

Zielankunft

Rennbericht:

 
Da muss ich jetzt fast ein bischen weiter ausholen. Über 3 Jahre schon Schmerzen, humpeln und jegliches Leichtigkeitsgefühl verloren.
Vor 2 Jahren die OP an der Ferse, hat sich ewig gezogen. Trotzdem weitergemacht. Letztes Jahr beim Ironman auf Mallorca gestartet. Schmerzen und Laufverbot in der Vorbereitung. Leiden im Wettkampf. Dann hab ich schon echt nicht mehr daran geglaubt ob es überhaupt noch wird. Die Monate dannach auch der Horror. Bis ende des Jahres auf den Philippinen. Mit ganz schrecklichen Fussschmerz, Impfschaden und Mega Stress im Job. Dann die Wende, ab März/April geht es auf einmal aufwärts. Ich kann trainieren. Mach wieder das was ich gerne mach, vor lauter Euphorie etwas zu viel um es mukulär noch wegstecken zu können. Das Trainingslager Mitte Mai in Kaltern läuft prima. Ich merk dannach das doch was gehen könnte. Hoffnung kommt auf. Melde mich für Zürich an weil ich vom Gefühl her merke das es bis Klagenfurt in 4 Wochen zu knapp wird.
Mach 3 Wochen vor Klagenfurt fast gar nix. Nur Regeneration. Hoff ich krieg die Kurve. Klagenfurt läuft super. Am Rad total flowig. Mit 4.46h Radzeit und totaler Frische am Bike bin ich echt bis zum Schluss noch fest davon überzeugt war einen glatten 3h Marathon laufen zu können. Doch dann, ich steig ab vom Rad und mir ist Schwindelig. Schlepp mich bis km 17, muss gehen - selbst das fällt schwer. Dann wird es wieder. Ich kann mich fangen und fliege ins Ziel. mit 9.14h verpasse ich den Hawaii Slot um lächerliche 2,5 Minuten.
Augen auf Zürich!
Doch leider kann ich mich nicht erholen. Extrem viel Stress lässt meinen Körper nicht regenerieren. Fühle mich 3 Wochen nach dem Ironman in Klagenfurt noch genau so kaputt wie im Ziel. Dann die Wende: Projektverschiebung, Stress nachgelassen. Erholung setzte ein. Ich fühle mich beginnend mit 5 Tage vor dem Rennen zusehends besser. Fahr am Freitag nach der Arbeit nach Zürich. Springe Abends nach der Ankunft noch kurz in den See und fühl mich mega geil. Bin den ganzen Samstag 12 Stunden lang auf den Beinen. Züri Triathlon, Check In, Stadtbummel und und und. Aber egal, Physische Belastung macht wenig aus. Psychischer Stress macht mich fertig - aber der ist weit weg.
Startschuss in Zürich. Schwimmen mit Rolling Start. Extrem Entspannt. Wie erwartet in Zürich ein paar Minuten langsamer, aber mit 59:30h sehr gut dabei und von der Platzierung gesehen sogar ne Bestleistung. Leider so weit vor dem Rest des Feldes und doch knapp hinter der Spitzen-Verfolgergruppe das ich alleine Radeln muss.
BikeWird hart, ich kämpfe. Die Strecke rollt nicht. Zürich ist langsam und hart. Alleine noch langsamer und noch härter. Ich geb mich nicht auf, kämpfe und muss die letzen 30km echt zurückschrauben um nicht kaputt zu gehen. Nach 5:06h steig ich vom Bike, passt - ist im Plan. Nur die kaputten Beine waren nicht geplant. Jetzt reine Kopfsache. Reinkommen. 4.50er Pace, mehr geht nicht. Bin am Limit, der Körper schreit, der Kopf hält mich im Rennen. Versuch zu halten, muss immer beissen, fighten. Pace fällt auf 5.00 runter. Kopfsache. Ich versuch den Ball im Spiel zu halten, koste was es wolle. Dann nach 25km kommt endlich das Hoch. Ich beschleunige, ziehe an vielen vorbei. Bin Euphorisch. Leider Toilettenpause bei km 31. Zieht sich ewig ... und danach: Kann nicht mehr laufen. Keine Ahnung warum. Kann nicht mehr anlaufen. Selbst gehen fällt schwer und ist langsam. Katastrophe. Der Schweinehund beginnt Oberhand zu gewinnen. Ich fighte mit mir selber. Die Beine verweigern. Mit extrem viel Überwindung Schleppe ich mich weiter. Rechne, wenn ich 6.00 laufe schaffe ich Sup 10. Ich schleppe. KM 34, sehr hart. Alles brennt. Dann komm ich rein. KM36 - es läuft. Das Ziel "saugt". Ich werde schneller. Beginne zu fliegen. 5.00 es läuft. 4.30 es läuft immer besser. 4.00 ich fliege. Noch 1-2 km. Ein Gruppe vor mir mit hohem Speed. Alle meine AK, alle fighten dem Ziel entgegen. Jetzt taktisch verhalten. Ansaugen. Einen Schluck Cola hinter der Gruppe, dann volle Attacke den letzten Kilometer. Nicht umschauen. Keine Schwäche zeigen. Nur vollgas. Bin im Ziel. 11. Platz, es gibt 9 Slots. Jetzt liegt es nicht mehr in meiner Hand.
Nein, ich hab nicht Glück gehabt bei der Slotvergabe. Hab vielmehr hart dafür gearbeitet. Alles versucht, immer geschaut das der Ball im Spiel bleibt. Im Rennen genau so wie durchgehend während der letzten beiden Jahre. Es war kein Glück, es war Wille, unbedingtes Wollen. Einen Weg einzuschlagen und den auch wirklich gehen zu wollen. Zu 100% überzeugt sein. Der schwarze Teufel auf der linken Schulter kann sehr stark sein. Dagegen verliert man den weißen Engel auf der rechten Schulter gerne aus den Augen. Dabei muss man nur den Kopf drehen, ein bisschen nach rechts. Da sitzt er, war immer da. Aber man muss es selber machen. Keiner hilft Dir dabei. Es war kein Glück, es war Wille, unbedingtes Wollen. Einen Weg einzuschlagen und den auch wirklich gehen wollen. Zu 100% überzeugt sein. Wir sehen uns an der Startlinie in Kona Hawai'i!
Der Weg ist mein Ziel
Aloha Hawai'i
 
 
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