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Ironman Austria 2014 - MAXIMUM ENTERTAINMENT
Geschrieben von Ralf Preissl

Ironman Austria 2014 - MAXIMUM ENTERTAINMENT

Ironman AustriaJeder Schritt geht zäh, die Füsse kleben am Boden fest. Nein, noch keine Schmerzen. Geht so recht gut, mit der Schonhaltung gewinne ich heute sicher keine Schönheitspreise aber es fühlt sich megamässig geil an auf der Strecke zu sein. Die Leute die mich überholen nehme ich gar nicht recht wahr. Wie Raketen preschen sie an mir vorbei. Da ich als 25. ter vom Bike stieg sind das ja nicht irgendwelche, dementsprechend leichtfüssig überholen sie mich. Nehme sie aber nur am Rande wahr, konzentriere mich auf den Boden. Soweit ich mich halt noch Konzentrieren kann, denn Hunger ohne Ende!!! Die letzen zwei Verpflegungsstationen am Bike ausgelassen, der Attacke geopfert. Jetzt Hunger und Durst. Wo bleibt die erste Verpflegungstation? Ich schleppe mich vorwärts. Muss auch ganz dringend auf Toilette. Endlich, da ist eine. Gefühlte 5min. stehe ich da und verliere mehr Wasser als ich dachte überhaupt speichern zu können. Ich brauch Salz, unbedingt - und was zu essen. So schleppe ich mich weiter. Step by Stey, immer horchend ob grössere Schmerzen kommen. Nein, sie kommen (noch) nicht. Und dann, wie eine Oase. Vor mir taucht sie auf. Die erste Verpflegungstation. Cola/Wasser - ganz klar in Rauen Mengen. Ich frage nach Salz? Kopfschütteln - Fehlanzeige, haben wir nicht. Also weiter, immer weiter denk ich und fühle in meinem Radtrikot (ja das hab ich immer noch an) eine kleine Packung Salzstangen. Am Bike war keine Zeit die zu essen, hab das auch irgendwie ganz vergessen - jetzt ist die Zeit gekommen. Juhuu, rein damit. Auf der nächsten Halben Stunde verteilt wirkt das Wunder. Fühle mich wohl und Glücklich. Bin Teil des Rennens, mittendrin statt nur dabei und denke das erste mal etwas weiter. Nein, keine 42km weit. Aber ich denke an die Halbmarathon Marke. Vielleicht schaff es es ja bis dahin. Halt, Stopp. Du bist bei KM 7. Was bei einem Ironmam heist das das Rennen noch nicht mal begonnen hat. OK, Demut zurück - Konzentration. Step by Step. Siehe da, an der Selbstversorger Station nach elf Laufkilometer gehts rel. einfach vorbei. Nein, nicht flüssig - schon humpelnd. Aber einfach von der Motivation her gesehen. Stehenbleiben - keine Option. Gleich dannach gehts aber ziemlich apprupt nach unten. Beine schwer, Salzspeicher leer - Schwindel und Schwäche. Und, ja da waren sie wieder, die Schmerzen in der Ferse. Ein guter Tag zum Sterben oder so ähnlich (ich mein zum Aussteigen). Es geht ja um Nix. Schwimmen und Radfahren war das Ziel, dann sogar noch etwas laufen. Reicht doch oder? Fuck 13km in den Beinen und es geht -wenn ich ehrlich  bin- eigentlich nichts mehr. Markus kommt mir entgegen. Hat erst einen guten KM hinter sich gebracht und schaut Hunds miserabel aus. Man muss der beissen. Ich versuche Ihn zu pushen und zu motivieren. Aber hat er ich überhaut wahrgenommen? Der ist im Tunnel, 41km vom Ziel entfernt. Und was mach ich hier, jammere rum - zefix, das ist Ironman - das muss weh tun. Und schlepp mich weiter. Versuch so wenig wie möglich zu gehen (nicht immer vermeidbar...). Humple mich vorwäts und irgendwann, irgendwann komm ich auf den Zielkanal. Keine Ahnung warum ich mir das antue aber ich fühle mich sogar auch noch gut dabei.

Ironman Austria

 

Protokol

57min. Schwimmen

4.41h Radfahren

3.59h Laufen (sofern man die Haltung Laufen nennen kann) 

Wenn ich meinen spätlichen Block der letzten Monate lese beschreibt das im nachhinein auch genau den Zustand am Renntag: Alles ungewiss, kein Ziel und vor allem viele Fragezeichen was die Operation am 17. Juli betrifft. Fakt aber das ich nicht laufen kann, jeder Schritt ist mit unbeschreiblichen Schmerzen verbunden. Da ja auch das Gehen nicht schmerzfrei und rund funktioniert führt an dieser OP nichts dran vorbei. Trotzdem hab ich Trainiert (Schwimmen und Rad) und geplant in Klagenfurt zumindest an den Start zu gehen und so wie in Kraichgau auch nach dem Radfahren gleich Duschen und dann Zuschauen. Na ja, es kam dann anders ...

 

 

Ironman Austria

Die Vortage:

 

Für mich ist ein Ironman immer mit mehreren Tagen Urlaub verbunden. Die ganzen Tage sind ein herrausragendes Ereignis im Jahr, nicht nur das eigentliche Rennen. Alles, die Tage vorher und nachher mit eingeschlossen. Ironman ist Entertainment. Da ich dafür anfällig bin reiste ich schon am Mittwoch an um das maximale "Entertainment" mitzubekommen - aufzusaugen. Holte am am Donnerstag Morgen die Unterlagen ab und bekam hier schon den ersten, vielleicht gleich schon entscheidenden Flash. Beim Durchmarsch durch das Ironmanareal war mir klar das ich nach dem Radfahren nicht wie geplant zurück ins Hotel fahren kann (duschen und dann auf der Laufstrecke anfeuern, so der Plan). Sondern das ich zumindest ein paar Meter Laufen oder Gehen will, um einfach auf der Strecke die Stimmung und das Feeling mit auzusaugen. Nicht nur dabei zu sein, sondern das Entertainment mittendrin aufzusaugen. So beschloss ich hier schon die Laufschuhe mit abzugeben. Laufschuhe? Welche denn - ich hatte ja keine dabei ... Doch :-) Meine Trail Schuhe. Also testete ich das gleich mal - ging eher nicht. Fersenschmerz extrem. Da kam mir aber die Idee mir eine Einlegesohle aus Karton zu basteln um den Druckschmerz etwas zu mindern. Was soll ich sagen, so halbwegs ging es - und mir war klar zumindest ein paar Meter auf die Laufstrecke rauszulaufen.


Der Vortag:


Das Briefing war für mich so emotional das ich bei dem Gedanken morgen aussteigen zu müssen weinte.

 

Das Rennen:


Ironman Austria

Böser Fehler beim Schwimmen - nach dem Startschuss wie letztes Jahr an Land gewartet bis die Leute die Hauen wollen weg sind. Leider heuer eine Fehlentscheidung, musste mich durch Lauter wirklich sehr langsame Schwimmer zick-zack hindurchzwängen. Ab der ersten Boje fand ich aber einen Rhytmus und kam natürlich erst nach 57:04min. an Land. Hier zwar so entspannt wie noch bei einem Ironman Rennen. Aber trotzdem mit schlechten Beinen am Rad. Eigentlich unmöglich aber ist so. Gummibeine und Schwäche. Und das ab dem ersten Metern. Mist, aber da muss man durch - dachte ich und musste schon auf den ersten Kilometern mit dem Widerstand der Kurbel kämpfen. An der ersten Verpflegungsstation gleich mal eine ganze Flasche Cola. Fuhr dann weiter und kam so langsam ins Rennen rein. Gedanken, so schlecht kann aber das Tempo nicht sein, mich hat ja noch gar keine rüberholt? So vor mich hindenkend sah ich auf einmal eine grosse Gruppe weit vor mir. Zu der konnte ich dann gegen ende der ersten Runde aufschliessen. Echt krass - die Regeln für Windschattenfahren gelten anscheinend nur wenn man alleien fährt, in der Gruppe geniest man Anonymität und kann mti 2-3 Meter Abstand im Pulk fahren. Das wollte ich nat. nicht und beschloss die Gruppe abzuhängen. Dies gelang auch zwei mal, am Faaker See Anstieg (im Drau Tal konnte die Gruppe aber wieder aufschliessen zu mir) und dann nochmals am Rupertiberg. Attacken bzw. Tempoverschärfungen sind ab 160km Renndistanz sehr schmerzlich. So hab ich die letzten zwei Verpflegungstellen ausgelassen um noch zus. Zeit zu gewinnen. Aber auch hier: 15km später hatten sie mich wieder gestellt. Mist echt ... Trotzdem schaffte ich es noch mit einen beherzeten Antritt auf den letzten Kilometern mit von der Gruppe zu lösen und vor denen vom Bike zu steigen :-) Im nachhinein sah ich dann die drittschnellste Radzeit aller Amateure, mit 4.41h bin ich sehr zufrieden :-) Denke bei konstanterer Fahrweise hätte ich die 292 Watt im Schnitt vielleicht sogar noch schneller runtergespult. OK, Scheibe und Aerohelm würde es auch tun ;-)


Der Tag dannach:


Schmerzen ohne Ende - Muskelkater extrem. Trotzdem trägt sich das Finisher Shirt angenehm und Stolz. Jetzt ist das nächste Event die OP am 17.07. - und dann so Gott will der Ironman Mallorca 2015. Oder vielleicht auch "nur" der Inferno Triathlon, hier muss man nicht laufen .... Drückt mir die Daumen.

 

Bilder:

Ironman Austria

Ironman Austria

 

Ironman Austria

Ironman Austria

und das geilste Team der Welt:

Ironman

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