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Inferno Triathlon – ein Erlebnisbericht in vier Akten zu Füssen von Eiger, Mönch und Jungfrau
Geschrieben von Ralf Preissl

Inferno Triathlon – ein Erlebnisbericht in vier Akten zu Füssen von Eiger, Mönch und Jungfrau

Vorweg: Man muss ein kompletter Athlet sein um hier was zu reißen. Das bedeutet Schwimmen im kalten Wasser - dabei Orientieren zu einem 3,1km entfernten Punkt (den man vom Start aus nicht sieht) – und das bei schummrigen Dämmerlicht. Klettern am Rennrad und Abfahren auf teilweise sehr verwinkelten, steilen Passstraßen sowie Zeitfahren im Flachem (40km immerhin!). Dann nat. noch Mounti fahren, das mit bergauf Dauerdrücken incl. 30% Steigungsrampen und mehr UND vor allem die halsbrecherische Abfahrt. Das Beste aber zum Schluss:  Laufen in allen Variationen: 5km flach bzw. leicht bergab gleich nach dem Wechsel, hier Schritt finden und raumgreiffend dahingleiten, dann 6km konstanter Anstieg, dann Trailrunning wellig gefolgt von 8km Bergklettern extrem. Ach ja, vielleicht muss man auch noch etwas Höhentolerant sein, das Ziel ist ja schließlich auf 3000m Höhe! Was ich hier schlechter und was besser kann hab ich mal versucht in einem kleinen Erlebnisbericht zusammenzuschreiben (incl. das was ich gar nicht kann…)

Erlebnisbericht

6Uhr am Start, stockfinster und 8 Grad kalt. Es soll aber ein schöner Tag werden, so lass ich mich von dem bevorstehenden kalten Wasser nicht beirren. Um 6.20Uhr geh ich zum Start vor, Gott sei Dank ist es jetzt etwas heller und man kann das andere Ufer erkennen. Eiger, Mönch und Jungfrau erheben sich mit weißen, schneebedeckten Spitzen am Ende des Sees. Soweit ich wusste ist das Ziel bei dem beleuchteten Schloss auf der anderen Seite des Thuner Sees. Wunderbar, das sieht man gut und mit dem Vertrauen auf meine „open Water“ Schwimmqualitäten sollte das ja ein Vorteil für mich sein. 3,1km ohne

Inferno 2015

Bojenorientierung quer durch den See zu Schwimmen sollte ich doch gut können. KONNTE ES ABER NICHT! Ich kam zwar vom Start weg sehr gut weg und konnte gleich einen echt guten Speed aufnehmen, doch nach einigen hundert Metern merkte ich das was nicht stimmt. So war die große Masse des Feldes ziemlich weit rechts von mir, ich doch ganz schön alleine. Aber eigentlich schon mit Kurs auf das beleuchtete Schloss zu. Brille runter, Brust Schwimmen, Kopf hoch halten, orientieren. Passt. Also weiter, das ganze noch ein paar mal wiederholen und mit jedem mal kam etwas mehr an Unsicherheit auf. Die Masse des Feldes entfernten sich ja immer weiter weg von mir. Konnten die alle falsch liegen? Denk nicht also geb ich mein Ziel auf und Schwimm erst mal zur Masse rüber. Ach ja, trotz 3 Badehauen hatte ich die erste Hälfte das Gefühl es friert mir den Kopf ein. Leichter Schwindel kam auf. Evlt. auch deshalb die Orientierungsprobleme. Doch irgendwann wurde es mit wärmer und .. und prompt beschlug dann auch die Brille. Also wieder stehen bleiben, Brille auswaschen und weiter. Nach dem dritten mal dann Schnauze voll. Brille runter und die letzten 1000m ohne Brille Schwimmen, sch… drauf. Nach 49 langen Minuten kam ich zwar entspannt, aber doch ziemlich genervt in die Wechselzone. Meiner Ferse zum Missfallen musste man da noch die komplette Standpromenade entlanglaufen bevor es in die Wechselzone ging. Hier erst mal komplett umziehen, trockene Hose, Shirt, Socken, Windbreaker, Halstuch, Haube, Handschuhe und Helm auf, dann nach unendlichen Wechselminuten endlich weiter im Rennen.

 

Inferno 2015 

Hier dann gleich mal 800 Höhenmeter am Stück hochdrücken. Das ging rel. gut, konnte viele überholen und war oben angekommen ziemlich alleine. Wo sind die alle? Hab mir aber schon gedacht bzw. gehofft das ich rel. weit vorne sein muss. Leider kam dann die erste Abfahrt (800 Höhenmeter wieder runter zu Brienzer See) und unten angekommen waren alle wieder da. Hab da echt ein Problem .. die letzten Jahre schon. Kann keinen Berg mehr runterfahren. Früher bin ich noch die Pässe runtergedonnert und hab in Slalom-Manier die Autos runter überholt. Doch seit meinem Sturz geht nichts mehr. Wahrscheinlich Kopfblockade. Aber hilft nix, Safety first! Bin langsam, aber schneller würde für mich Risiko bedeuten. Jetzt kommt das 40km Flachstück. Hier gilt es in Zeitfahrmanier dahin zu donnern. Na ja, nicht ganz – hab ja doch noch etwas Respekt vor den 3 langen Anstiegen die noch kommen. Schau das ich nicht über 40km/h fahr und pendele mich so bei 38km/h ein. Kann nach und nach immer wieder Leute einsammeln. Fahr ja „nur“ mit Rennrad (Airstreeem Aerotype) und kleinen Aufsatz drauf. Klappt komischerweise echt gut und irgendwie hätte ich schon Bock da voll zu ballern und alle die sich hinten einhängen mal wegzudrücken. Doch bin ich natürlich noch etwas gespannt von dem was noch kommt. Denn bei den kommenden drei langen Anstiegen sollte noch genug Zeit sein zu pacen. Und bis ich lang schau kommt schon der Erste: Die grosse Scheideck. Hier geht es so 1400 Höhenmeter am Stück hinauf. Hier läuft es ganz gut und ich konnte schon bald einige Single Starter hinter mir lassen. Fuhr dann auf zwei Staffel Radfahrer auf die echt einen guten Speed hatte. Hier hängte ich mich erst mal ein und klettere mit denen weiter. Dabei stelle ich fest das ich nicht so wie früher viel im Stehen fahre sondern fast alles im Sitzen. Leider. Wär gut für ein schnelles Passfahren: Sitzen – Stehen im Wechsel, die belasteten Muskelgruppen quasi ständig abwechseln und so das Tempo hoch halten. Doch seit ich nicht mehr laufe fehlt das einfach. Also drücken im Stitzen. Ging so auch und ich kann die Staffelfahrer irgendwann abhängen und stürze mich in die Abfahrt… Schön wärs gewesen. Hasenfüssig zittere ich runter. Enge Kurven, steiles Gefälle. Ich werde überholt. Nein – ich werde überflogen und verliere hier gefühlte Ewigkeiten. Als gesamt fünfter wurde mir noch meine Platzierung an der Passhöhe durchgegeben. Als 15. kam ich unten an. Hammer. Hammer schlecht. Jetzt aber erst mal weiter mit dem Mounti.

Inferno 2015

Meine Beine fühlen sich echt noch gut an. Es kann also los gehen und die anstehenden 1200 Höhenmter kommen gerade recht um den Rückstand wieder aufzufahren. Leider hatte ich auf den ersten 15 Minuten am Mounti dann doch keine so guten Beine wie noch kurz vor der Wechselzone am  Rennrad gedacht. Tut mich überraschend schwer und fang auch schon ein bisschen zu zweifeln an. War der Rennradpart zu hart? Bin ich die grosse Scheidegg mit den Staffelradfahrern zu schnell raufgeballert? Hilft nix, da muss man durch. Da aber nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt wird es langsam besser, finde meinen Rhythmus und an der Verpflegungsstelle nach der Hälfte es Anstieges sah ich dann schon 1-2 Kehren vor mir die Meute der Athleten die mich beim Rennrad Downhill noch abgeledert haben. Schließ dann ach auf die auf und kann sie wie am Roadbike auch abhängen. Das extreme Steilstück vor der kleinen Scheideck auf über 2000m Höhe schiebe ich dann. Macht aber auch jeder wie ich mir sagen lasse. Oben angekommen hab es dann auf Platz 10 geschafft. Kurz eine Suppe trinken und runter ins Tal. Natürlich würde ich überflogen – und wie. In der Ergebnisliste seh ich dann das ich alleine bei auf dieser Abfahrt über 10 Minuten auf die anderen verloren hatte. Eigentlich demotivierend. Doch ich bleib bei mir, Safety first. Also langsam runter und mein Vorsatz das das ganze ja im eigentlichen Sinne vorrangig ein Erlebnis und ein Training sein soll. Die schlimmste Passage Schiebe ich sogar runter. Komplett durch von Eingang ins Waldstück bis nach Wengen. Die letzten Serpentinen vor Lauterbrunnen fahr ich wieder, merk dabei das ich na immer noch die Gabel vorne blockiert hab. Na super - obwohl, ich denk so oder so hätt ich den Downhill nicht fahren können. Unten dann ab in die Wechselzone, schnell rein in die Laufschuhe - Jacke noch mitnehmen und los. Beine fühlen sich gut an. Es geht los.

Inferno 2015

Die ersten 5km führen sogar leicht bergab. Die Sonne schein, wärmt den geschundenen und tropfnass geschwitzten Körper. Die Bergluft ist kraftvoll und stärk mich. Ich fühl mich gut. Hab zwar fast kein Lauftraining aber jetzt soll eines sein. In 4.26min/km vergingen die ersten 5km locker und kontrolliert – Ferse tut bischen weh –klar- aber da muss ich durch, das kenn ich ja jetzt schon zu genüge. Dann kommt der erste Anstieg. 700 Höhenmeter auf 6km. Die Steigung ist konstant und ich kann komplett durchlaufen. Zwar nicht schnell, aber laufen. :-) Das war irgendwie mein Ziel, mein Benchmark an diesem Tag. So jetzt kommen noch 6km Traillauf wellig, dann ist Schluss, weil dann kommt ja die 8km lange Wanderung zum Gipfel hoch (soweit der Gedanke eines unerfahrenen Inferno Teilnehmers). Der Taillauf rel. gut von der Hand bzw. von den Beinen. Komme vom Speed her meist um die 5min/km hin (Find ich super, denn es sind ja immerhin 100 Höhenmeter auf die 6km). Den letzten Kilometer vor Mürren wird es flach und ich kann sogar unter 4.30min/km rennen. Fühlte mich super und überholte wieder. Nach dem Mounti fahren war ich ja durch die Abfahrt leider auf den 19. Platz zurückgefallen. Einige sah ich jetzt vor mir. Die Kassierte ich auch nach und nach ein. So, Mürren passiert, dann bald auch 18km abgehackt. Jetzt sind es noch 6km zum Gipfel hoch. Die hab ich mir eh vorgenommen im strammen Geh-Schritt zurückzulegen. Aber weit gefehlt. Das Ding beginnt hier erst. Auf den 6km sind jetzt noch über 1000 Höhenmeter zurückzulegen und die Beine sind bei weitem nicht mehr so frisch wie zu beginn. Jetzt fing es an hart zu werden. Aber um ehrlich zu sein war alles prima. Bis dahin war die Einteilung anscheinend wirklich gut, langsam darf es ja losgehen das man beißen muss. Und es war echt nicht so wie bei einem Ironman. Hier musst Du immer pushen wenn Du was reissen willst. Nicht gehen, nicht langsamer werden. Schmerzen ertragen – Leider erdulden. Beim Inferno muss man zum Schluss so oder so gehen. Klar hab ich versucht überall zu laufen wo es so halbwegs ging. Die Zehn Stunden Marke hätte ich schon noch gerne geknackt. Ich bleib also immer am Gaspedal. Aber das bedeutete halt die meiste Zeit beim Schlussanstieg das man geht. Bzw. auf dem letzten Kilometer auch klettert. In 10 Stunden und 5 Minuten komm ich dann als 14. Gesamt an (4. Altersklasse). Die 10h Marke und den Stockerlplatz zwar verfehlt aber trotzdem zufrieden. Hier gesund hochzukommen ist was wert.


Fazit:

Super schönes Erlebnis. Nur mit dem traurigen Beigeschmack das ich durch die drei Dowhnill Passagen so 15-20min. Zeit verloren hab auf die Leute zwischen Platz 5-15. Ich will ja nicht sagen das ich den 5. Platz von der Scheidegg am Rennrad halten hätte können. Aber Top 10 wär schon geil gewesen und an diesem Tag echt drin gewesen. Schade, hatte so einen guten Tag gehabt, keine nennenswerten Durchhänger gehabt. Im Downhill hald versagt. Aber das gehört hier dazu. Du musst ein kompletter Athlet sein um hier zu bestehen, Konditionell, Technisch und Koordinativ!! Und um ehrlich zu sein: Was sind schon 15-20min. die ich bergab verloren hab. Ich hatte einen super Tag und konnte Pacen bis zum Schloss. Das brachte am meisten, denn wenn Du hier einen Durchhänger hast sind 15-20min. Zeitverlust das geringste Problem. Hier kannst Du Stunden verlieren und bei einer echten Schwächephase das Ding einfach gar nicht schaffen. Also, alles gut. Form iO und super Tag  Hoffentlich hab ich so einen guten Tag auch beim Ironman Mallorca heuer. Das wär schön :-)

Bilder:

<Alle Bilder findest Du hier in der Galerie>

Inferno 2015

Inferno 2015

Inferno 2015

Inferno 2015


 

Vorbericht:

Inferno Triathlon

 ...mal was neues

Vor gut einem Jahr hab ich mir den Inferno Triathlon als Saisonhöhepunkt 2015 ausgesucht. Ein Event das mich immer schon reizte. Vor allem jetzt denk ich liegt das ganz gut. Das Schwimmen (3,1km) dürfte kein Problem sein, dann 97km Roadbike (gut 2000 HM) ist eh das was ich am liebsten mache gefolgt von Mounti (glaub so 1500HM). Was ja ganz ok ist, nur die Abfahrt muss ich etwas langsam angehen. Ist aber sicherlich keine schlechte Taktik, denn wenn ich in der Abfahrt ein bischen länger brauch und ab und zu auch mal schiebe hab ich um so mehr Erholung für den anstehenden Berglauf (2200HM). Na ja, Berglauf ist gut, soweit ich weis laufen hier eh die wenigsten. Für mich also ideal: Bergwandern kann ich :-) Trotzdem will ich versuchen v.a. das 5km Flachstück zu beginn der Laufstrecke einigermassen flott zu laufen. Dann einfach schauen was sich ergibt.

 

Inferno Triathlon 

 

 Ach ja, 5 Wochen später bin ich dann noch beim Ironman Mallorca am Start - dann ist aber ne längere Pause geplant. Denn mein Ziel ist schon das ich nach dem Einstiegsjahr 2015 dann in 2016 wieder voll angreifen kann. Mal schauen ...

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